[Review] Exam

Es kommt selten vor, dass ich mit einem Schlag von einem Film angesprochen bin, obwohl ich nie zuvor etwas über ihn gehört hatte. Das passierte mir aber, als ich den Trailer zu „Exam“ sah, der mich mit seiner Machart und seiner Idee sehr angesprochen hatte. Folglich kaufte ich mir diesen Film und bin auch nach dem Ansehen immer noch der Meinung, dass er eine sehr gute Idee beheimatet.

Es geht los mit einem nicht näher erläuterten Ausschlussverfahren für einen hochkarätigen Beruf unter acht Teilnehmern. Anscheinend haben diese bereits viel hinter sich und kommen jetzt zu einem finalen Test zusammen, damit einer von ihnen asugewählt werden kann. Der gesamte Film spielt sich ausschließlich in dem Raum ab, in dem der Test stattfindet. Nur ein Raum, ohne Fenster, mit acht Stühlen und acht Tischen, auf jedem ein Blatt und ein Stift und einer Wache an der Tür.

Exam

Alles wirkt sehr mysteriös, noch bevor die Regeln erklärt werden. Es darf nicht versucht werden, den Prüfer anzusprechen, die Wache darf nicht angesprochen werden, man darf den Raum unter keinen Umständen verlassen und man darf sein Blatt nicht zerstören. Nachdem sie diese Regeln aufgenommen haben, bekommen sie 80 Minuten Zeit (der Film läuft fast in Echtzeit). Jeder dreht erwartungsvoll sein Blatt um und nichts steht drauf. Keine Frage.

Der restliche Film spinnt sich äußerst intelligent weiter, indem die Kandidaten verzweifelt versuchen, herauszufinden, was die Frage ist, wärend andere nach der Antwort suchen, bis sich das Spektakel seinem einzig logischen Ende zuwendet. Bis dahin passiert vieles und das Schöne dabei ist, dass es dem Zuschauer in diesem Raum nicht langweilig wird – man bleibt stets gefesselt, da man selbst auch bemüht ist, auf die Lösung zu kommen. Das wird jedoch schwieriger, je länger der Film dauert.

In den Anfangsszenen wird oft auf Makro-Aufnahmen gesetzt, die aber technisch leider nicht sauber durchgeführt wurden. Immer wieder erwartet man in bestimmten Situationen ein gestochen scharfes Bild angesichts des Fokus und muss leider bemerken, dass oft gar nichts scharf ist. Auch in normal gezoomten Szenen kommt es oft vor, dass keine der Ebenen scharfgestellt wurde. Ich kann das kaum als Stilmittel hinnehmen. Das sieht für mich nach schlampiger Kamera-Arbeit aus.

Abgesehen davon ist „Exam“ ein tolles Erlebnis, welches man sich sogar, selbst wenn man die Lösung kennt, durchaus noch mal antun kann.

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