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Dez 02 2015

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Das Ende von Fallout 4

Ich werde mich jetzt etwas über Fallout 4 auslassen. Daher muss ich auf kleine Spoiler hinweisen aber es ist nichts weltbewegendes. Ich verrate jetzt keineswegs alle Twists. Höchstens Dinge, die man sich auch selber denken könnte.

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Fallout 4 ist ne feine Sache. Wegen meiner neuen Gewohnheiten fällt es mir sehr schwer, lange Zeit durchgängig an einem Spiel dranzubleiben aber entsprechend der Umstände hat es mich ebenso wie Skyrim vor vier Jahren gefesselt. Ich stehe jetzt aber an einem Punkt, an dem ich irgendwo zwischen 30 und 40 Stunden im Spiel bin und ich habe die Hauptquest abgeschlossen. Zumindest glaube ich das. Gibt es überhaupt eine Hauptquest?

Ähnlich wie in Fallout 3 sind wir durchgängig damit beschäftigt, ein verlorenes Familienmitglied zu finden. Die Umstände sind natürlich anders, und wie ich finde auch emotionaler, aber egal. Unsere Aufgabe besteht darin, unseren Verwandten wiederzufinden, Rache zu nehmen – wie auch immer. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Ansporn der Hauptfigur zu interpretieren. Zumal man sich nicht mal so sicher ist, ob er überhaupt noch lebt oder alles umsonst ist. In diesem Fall wäre aber Rache immer noch eine Option.

Jedenfalls bin ich jetzt so weit, dass ich an einen Punkt gekommen bin, an dem meiner Meinung nach der große Showdown hätte kommen sollen. Aber er blieb aus. Im Prinzip ist die Geschichte beendet, nur unglaublich fad.

Ein Ende wie in Fallout 3 fand ich nicht passend zu einem Open World Rollenspiel. Nachdem man mit der Hauptquest fertig ist, will man weitermachen und die Welt erkunden und die Nebenaufgaben lösen. Der Tod des eigenen Helden im Zuge einer heroischen Hauptquest verhindert das aber. In einem Spiel mit strikt abgegrenzten Leveln hingegen ist der Tod des eigenen Charakters ein durchaus hinnehmbares Ende des Spiels.

An diesem Punkt muss ich zugeben, dass ich Fallout New Vegas nie durchgespielt habe, daher weiß ich nicht, wie es endet. Ich würde jetzt aber einfach mal davon ausgehen, dass man den Bösewicht findet, tötet und so Rache nimmt. So ähnlich stellte ich mir das Ende von Fallout 4 vor. Die Infiltrierung der gegnerischen Basis, die Rettung des geliebten Menschen, Rache nehmen und die Basis mit einer Atombombe in die Luft sprengen. Das wäre ein Finale. Ein Abschluss. Etwas, nach dem man versöhnlich an die anderen Aufgaben gehen kann, weil man weiß, dass man den Tag gerettet hat. Aber nichts von all dem passiert in Fallout 4. Ich darf die Welt nicht retten. Ich darf nicht mal ein Held sein. Die Story ist praktisch vorbei und ich habe nichts erreicht.

Das ist deprimierend. Es ärgert mich. Was ist denn jetzt noch der Antrieb meines Charakters, weiterzumachen? Was treibt sie durch das Ödland und warum nimmt sie Aufträge an? Oder was treibt mich an? Warum wandere ich durch diese Welt, wenn mein einziges großes Ziel aus meinem Log gestrichen wurde, ohne dass ich es je zu einem befriedigenden Ende bringen konnte? Wer bin ich in einem Rollenspiel, wenn nicht der Held? Jeder andere kampferprobte Einwohner hätte das gleiche geschaffen, ohne Motivation, ohne Ansporn. Und er würde jetzt am gleichen Punkt stehen und nicht ärmer an Erfaungen sein.

Fallout 4 ist ein gutes Spiel. Aber es lässt mich meine ganze Aufgabe und die 40 Stunden, die ich in diesem Spiel zubrachte, in Frage stellen, weil ich kein richtiges Ende finden konnte. Es macht immer noch Spaß und ich werde es immer wieder starten und so lange Spaß damit haben, bis mich Cait irgendwann nervt aber es stellt sich mir die Frage, was ich aus diesen ganze Stunden mitnehmen konnte. Es ist fast so, als ob von einer Serie die letzte Episode fehlt. Kommt da noch was? Das kann es doch nicht gewesen sein. Das Staffelfinale fehlt aber die zweite Staffel läuft schon. Irgendwo dazwischen klafft ein Loch.

Momenten hat meine Hoffnung drei Buchstaben: DLC. Fallout 4 ist gut genug, damit ich mir alle DLC kaufen werde. Ich hoffe nur, dass diese eine in sich schlüssige Geschichte haben, die man auch zu einem Abschluss bringen kann. Denn das Hauptspiel lässt mich irgendwie leer zurück. Und das hätte nicht sein müssen.

Über den Autor

Pesti

Ich bin der Inhaber von nurkram.de und allen Unterseiten, dementsprechend auch der Subdomain blog.nurkram.de. Jegliche Anfragen zur Seite bitte an mich richten, ich kann mit Sicherheit weiterhelfen.

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