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Dez 11 2018

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Der Netflix-Fund, den ich nicht Netflix verdanke

Blöd, in meinem Kopf klingen solche Überschriften immer viel melodischer und verständlicher. Eigentlich ist es ein durchaus einfacher Umstand, den ich jetzt versuche, zu erklären.

Netflix ist ne tolle Sache. Wirklich. Als vor einigen Jahren endlich der große Anbieter nach Deutschland herüberschwappte, begann für mich das Zeitalter des Streamens. Irgendwie waren bereits zuvor etablierte Anbieter nie interessant für mich. Keine Ahnung warum.

(Im Zuge dieses Beitrages muss ich übrigens kurz erwähnen, wie ich zum Erfolg von Netflix stehe, denn meiner Meinung nach ist es heute einfach das Nummer Eins Streamingportal in der Welt. Warum? Weil sie sich ausgeweitet haben. Sie haben den Schritt aus den USA gewagt und Erfolg gehabt. Warum auch nicht? Hochwertige Produktionen zu einem vernünftigen Preis sind einfach super. In diesem Zusammenhang verstehe ich Hulu überhaupt nicht. Die hätten sich schon längst ausbreiten sollen. Wenn schon nicht vor Netflix, dann wenigstens schnell danach, als klar war, dass es ein Erfolg war. Hulu hat interessante Dinge im Angebot, unter anderem amerikanischen Sport, den ich leider unmöglich gucken kann, weil ich unverfrorenerweise in Deutschland geboren wurde. Blöd für mich aber auch blöd für Hulu, die sich die allergrößte Mühe geben, kein Geld von mir anzunehmen, damit ich ihren Service nutzen kann. Wer ist hier der größere Verlierer? Hätte Hulu den Schritt vor Netflix gemacht, wären sie heute vielleicht der größte und wichtigste Anbieter.)

Also: Netflix ist supi und bietet viel Unterhaltung. Aber die Navigation ist ein echter Krampf. Keine Ahnung, wer sich die Kategorien ausgedacht hat oder der Meinung war, man müsste den Kunden alles wegnehmen, was irgendwie hilfreich war. Alleine Reviews waren extrem hilfreich, um von einer Sendung (ich gucke fast ausschließlich Serien) einen besseren Eindruck zu erlangen, um noch vor Sichtung der ersten Episode zu wissen, ob sie meinen Geschmack treffen wird. Das ist wichtig, denn es gibt verdammt viel Inhalt.

Viel Inhalt ist ein Problem, weil man sehr lange suchen muss, um etwas zu finden, was einem gefällt. Natürlich ist viel Inhalt aber auch großartig, weil ich praktisch garantiert etwas finden werde, was mir extrem gut gefällt, alleine wegen der schieren Masse an verfügbarem Kram. (Höhö, nurKRAM! Hallo Glenvan!)

Also – viel Inhalt. Wir brauchen also gute Kategorien, Reviews und Schlagwörter, um eine Serie einschätzen zu können. Das ist unglaublich schwer auf Netflix. Zum Glück habe ich Kontakte. Also nicht zu Netflix. Ich meine, ich kenne einfach ein paar Leute. Also einfach Menschen. Normale Menschen. Ihr wisst schon. So Freunde und so. Familie. (Hallo Mama!) Und natürlich hab ich auch Zuschauer! Nicht viele aber immerhin! Und all diese tollen Leute teilen manchmal Empfehlungen mit mir.

Nehmen wir mal „Spuk in Hill House“. Ich mag Horrorfilme und Splatter. Was ich eigentlich nicht so mag, sind Filme, die versuchen, den Zuschauer zu erschrecken. Solche Filme sind für mich keine Horrorfilme, sondern Gruselfilme. Deshalb schenkte ich Spuk nicht sonderlich viel Beachtung. Aber da war ja noch mein Schwager:

„Du musst Spuk gucken! Los! Geh nach Hause und guck es an! SOFORT!!“ 

Nein, so extrem war es nicht aber ich folgte seinem Rat und es war absolut fantastisch!

Reviews, Tags und Kategorien hätten mir dabei geholfen, besser zu verstehen, auf welche Art und Weise Spuk versucht, den Zuschauer zu ängstigen. Dass es unglaublich intelligent erzählt wird, alles einen Grund und einen Sinn hat und es extrem anspannend wird. Es ist eine großartige, qulitativ sehr hochwertige Produktion. Ich empfehle diese Serie sofort jedem weiter. Aber abgesehen davon, dass Netflix mir sagt, diese Serie sei beliebt, zusammen mit einer einsätzigen Zusammenfassung, bekomme ich keinerlei Informationen von der Plattform, die monatlich Geld von mir sehen will.


Jetzt komme ich zu dem, was ich eigentlich sagen wollte und weshalb ich diesen Beitrag geschrieben habe. Hat ja nur 600 Worte gedauert.

„Norsemen“ ist eine großartige Serie. Ich habe sie lange Zeit einfach als eine brutale Nordmänner-Serie zu Wikinger-Zeiten abgestempelt. Damit fand ich sie zwar interessant, zog sie aber anderen Dingen, die ich bereits kannte, nicht vor. Schließlich sagte mir aber ein Zuschauer in einem meiner Streams, dass Norsemen nicht einfach nur kalt und brutal ist, sondern auch witzig! Und es ist tatsächlich so! Der Humor beherrscht die Serie. Sie ist so absurd und schwarzhumorig, dass ich mich immer wieder an Monty Python erinnert fühle. Es trifft so dermaßen meinen Geschmack, dass es kaum auszuhalten ist. Ich werde extrem gut unterhalten, kann viel lachen und dennoch geht es teilweise ordentlich zur Sache.

Netflix hat sich nicht die geringste Mühe gemacht, mir diesen Umstand zu erklären. Es wird versucht, eine Serie mit anderen Inhalten zu verknüpfen, die man bereits gesehen hat und es werden Kategorien gewählt, die von einer starken weiblichen Hauptrolle, internationalen Erfolgen oder ganz einfach allgemeiner Beliebtheit sprechen. Nirgends auf Netflix bekomme ich den Anschein, dass Norsemen auch nur den Hauch von Komik enthält. Und doch ist dieser Punkt absolut essenziell und hebt die Serie von anderen sehr stark ab!

Es wäre wirklich wunderbar, wenn das Portfolio von Netflix besser organisiert wäre. Ich bin mir sicher, es gibt noch zahlreiche andere Schätze in ihrer Bibliothek, die ich einfach nicht finde oder denen ich keine Beachtung schenke, weil ich ein falsches Bild davon habe und einfach nicht richtig informiert werde. Und das ist schade.

Über den Autor

Pesti

Ich bin der Inhaber von nurkram.de und allen Unterseiten, dementsprechend auch der Subdomain blog.nurkram.de. Jegliche Anfragen zur Seite bitte an mich richten, ich kann mit Sicherheit weiterhelfen.

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