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Feb 21 2019

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Ohne Technik kein Verkehrschaos

Wieder ein eigentlich kurzer Gedanke, für den Twitter aber zu klein ist. Gibt es nicht so ein halbes Twitter? Oder besser ein doppeltes. Egal.

Die letzten zwei Tage war ein bisschen Chaos in Berlin. Es wird kaum nach außen gedrungen sein aber einer unserer Stadtteile hatte über 30 Stunden lang keinen Strom wegen einer Beschädigung bei Bauarbeiten. Viele Haushalte hatten keinen Strom, kein warmes Wasser, kein Internet, kein Telefon. Die waren also wirklich extrem abgegrenzt und hatten keinerlei Kommunikationsmöglichkeiten.

Jedenfalls betraf das natürlich nicht nur Privathaushalte, sondern auch Geschäfte und andere öffentliche Einrichtungen. Erst heute habe ich gehört, dass in dieser Zeit auch die Tankstellen nicht funktionierten. Kurz: totale Katastrophe.

Zu den öffentlichen Einrichtungen, die nicht funktionierten, gehörten auch diverse Ampelanlagen. Deshalb musste die Polizei ausrücken und den Verkehr von Hand regeln. Und ich muss dazu sagen, dass es in Berlin am Morgen immer staut. Die Autobahn geht quer durch die Stadt und zu Stoßzeiten ist da immer die Hölle los. Dazu gibt es natürlich Straßenzüge, die in diesen Zeiten genauso belastet sind.

Den ganzen Tag über gab es Durchsagen übers Radio, wie der Verkehr ist, weil ja die Ampeln ausgefallen sind. Und jedes Mal, wenn der Mann im Radio Luft holte, konnte er nur sagen, dass es sich so gut wie gar nicht staut und die Polizisten den Verkehr perfekt regeln. Mehr sogar: Sie regelten den Verkehr besser als die Ampeln an jedem anderen Tag! Die Verkehrspolizisten hatten den Verkehr der Hauptstadt besser im Griff als teure Ampelanlagen und es gab sogar weniger Stau als sonst!

Also zunächst: riesen Respekt an die Polizisten vor Ort, die scheinbar exzellente Arbeit geleistet haben! Gleichzeitig Schande über diejenigen, die die Ampeln eingerichtet und programmiert haben. Menschliche Logik übertrumpft hier Algorithmen, die versuchen, den Verkehr vorherzusagen und zu regeln. Egal wie gut Menschen arbeiten – ein vollautomatisches, digitales System mit Infos über alle Vorgänge im Straßenverkehr, sollte, optimal konfiguriert, immer besser sein können. Dass es genau anders herum war, verwunderte mich wirklich. Ich bin stolz auf die Leistung unserer Polizei, doch bin beschämt ob der Leistung der Verkehrsingenieure.

Über den Autor

Pesti

Ich bin der Inhaber von nurkram.de und allen Unterseiten, dementsprechend auch der Subdomain blog.nurkram.de. Jegliche Anfragen zur Seite bitte an mich richten, ich kann mit Sicherheit weiterhelfen.

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2 comments

  1. TOFUFreak

    Ich würde das tatsächlich genau andersherum sehen – auch ausgefeilte Algorithmen haben aktuell nicht die Möglichkeit, in Situationen, in die so viele Komponenten hineinspielen wie in den Straßenverkehr, stets besser zu entscheiden als ein Mensch mittels Absprache und Intuition. Die möglichen Situationen sind v.a. in Großstädten schlicht zu vielfältig dafür, und einige Faktoren kann das System nicht einbeziehen.

    1. Pesti

      Da muss ich mich dann aber wundern, warum das so ist. Wenn die menschliche Erfahrung und Übersicht so groß ist, dass sie augenscheinlich perfekt arbeitet, warum lässt sich das dann nicht in ein automatisches System einbinden? Klingt für mich eher so, als wäre es zwar möglich aber zu aufwendig und / oder zu teuer. So nach dem Motto: „Hauptsache, es funktioniert einigermaßen und jede weitere Mühe ist unnötig.“ Kein schöner Gedanke.

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