[Review] The Human Centipede (First Sequence)

Es passiert wirklich selten, dass ich nach Anschauen eines Filmes keine Worte finde. Wenn die Darstellung so beeindruckend, das Erlebnis so intensiv war und den Zuschauer mit Herzrasen zurücklässt, dann war der Film gut. Oder sagen wir es anders: Dieses Machwerk wird nicht einfach so am Zuschauer vorbeiziehen, sondern einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Diese Sätze wollte ich mir eigentlich für „Srpski Film“ aufheben, doch schon „The Humane Centipede (First Sequence)“ hat das in mir ausgelöst. Von der gezeigten Brutalität hält sich der Film wirklich zurück. Es wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen, jedoch überhaupt nicht nötig. Die grandiose Darstellung des Dieter Laser in der Rolle des Herrn Doktor Heiter macht „The Human Centipede (First Sequence)“ zu einem beeindruckenden Machwerk. Leider wirkt die Überraschung, was Dr. Heiter mit seinen Opfern vorhat, nicht so sehr schockierende, wenn man es bereits im Voraus wusste. Hier ist man mit Sicherheit geschockter, wenn man nicht weiß, was passieren wird. Selbst dann, wenn man nicht weiß, wie.

The Human Centipede

Von der Handlung ist der Film im Prinzip simpel: Es verirren sich zwei Frauen, die geraten dem falschen Mann in die Hände und schon geht’s los. Was viel interessanter ist, ist jedoch die Hintergrundgeschichte von Dr. Heiter, die man sich größtenteils über den Film verteilt selber zusammenreimt. Überhaupt sticht Dieter Laser extrem heraus und sowas fällt mir in den seltensten Fällen auf. Wäre Deutschland nicht so rückständig, müsste Dieter Laser für seine Darstellung in „The Human Centpede (First Sequence)“ einen Oscar verliehen bekommen, denn allein seine Mimik bringt die Effekte zum Zuschauer, die außerhalb des Bildschirmes ablaufen. Und das besser, als wenn man es tatsächlich gesehen hat. Sowas mag ich eigentlich nicht, aber hier ist es fantastisch gemacht!

Ein Beispiel dazu wäre das Ziehen von Zähnen, welches ausschließlich über Geräusche und Mimik rübergebracht wird, wärend andere Filme darauf bestehen, diese blutige Vorgehensweise direkt zu zeigen. Hier würde man denken, der Effekt kommt besser rüber, wenn man es sieht, doch hier mache ich mit meiner Meinung auch einmal eine Ausnahme und behaupte das Gegenteil.

Ihr seht – ich bekomme keine rechte Ordnung in meinen Text. Ich weiß einfach nicht so recht, wo ich anfangen soll, weil der Film so viel in mir bewegt hat. Die Idee ist abstrus und erfordert ordentlich krankes Gehirnschmalz, bis man auf sowas kommt. Die Umsetzung ist grandios, wozu auch der Sound beiträgt, der die Atmosphäre perfekt einfängt. Dazu gehört auch, das man oft Untertitel lesen muss. So wird in der Originalsynchro oft deutsch gesprochen, weil der Film in Deutschland spielt. Zudem spricht der involvierte Asiate auch tatsächlich chinesisch / japanisch und nicht untypischwerweise deutsch oder englisch. Es wurde auf so vieles geachtet, was den Film einfach herausstechen lässt.

Bevor ich mich also noch dreimal wiederhole, wie großartig ich Dieter Laser finde, hake ich das Kapitel jetzt einfach mit ordentlichen 83% ab.

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[…] Aufmerksamkeit bekommen werden. Bei Tom Six geht diese Rechnung auf, hat er uns doch mit “The Human Centipede (First Sequence)” einen Streifen vorgesetzt, den man schlicht als krank ansehen kann. Wie kommt man bitte auf […]